Die Störung der Sedimente | 2026

Lehm | Aktivlautsprecher | MP3-Player | Audio circa 16 Minuten | 55×160 cm
Ausstellungsansichten: Max Reitmeier

Eine Zusammenarbeit mit Sophie Hunger.

Die spitz zulaufende Säule aus ungebranntem Lehm wirkt zugleich organisch gewachsen und wie ein Fremdkörper im Raum des Alten Krematoriums. Die grob bearbeitete Oberfläche zeigt Risse, Fingerabdrücke und gezielte Öffnungen, durch die Klang nach aussen tritt. Während der Ausstellung verändert die Skulptur ihren Zustand kontinuierlich durch das Austrocknen des Materials. Im Innern befindet sich ein Lautsprecher, der einen Klangteppich aus Stimme und verzerrten Naturgeräuschen erzeugt. Der eingesprochene Text basiert auf Erzählfragmenten der Walserinnen aus dem Roman Walzer für Niemand von Sophie Hunger (Kiepenheuer & Witsch, 2025). Stimme, Flüstern und Geräusch überlagern sich zu einer vielschichtigen akustischen Struktur. Die Arbeit verbindet Lehm und Klang zu einer Situation, in der Material, Stimme und Zeit ineinandergreifen. Die Skulptur bleibt dabei ein fragiler, temporärer Körper im Prozess.